Sep 18

Supremacy1914: Finale des Allianzturniers

Tag: MMOG, GamingChris @ 09:05

Wie einige ja schon mitbekommen haben, konnten wir die Halbfinalpartie nach anfänglichen Katastrophen tatsächlich noch drehen und zogen ins Finale ein. Eigentlich verdient diese Partie einen eigenen großen Bericht, da speziell meine Verteidigung Italiens mir sehr viel Spaß gemacht hat. Wenn man den Gegner erst vor Rom zum Stehen kriegt, dann aber die überlegene Offensive in eine heillose Flucht verwandelt, darf man sich schon mal freuen.

Aber da inzwischen das Finale läuft, sind das olle Kamellen. Also jetzt auf mehrseitigen Wunsch frische Berichte aus vorwiegend österreichischer (d.h. meiner) Sicht, der wohl keine Staatsgeheimnisse verrät. Dennoch ein zeitlicher Puffer zu den tatsächlichen Geschehnissen, sicher ist sicher.

Link zum Finalspiel “A Clockwork Bunny” vs. “PonySlaystation” übrigens: http://forum.supremacy1914.com/sup_refer.php?target=game&gameID=81389

Tag 0: Ausgangsposition

PonySlaystation: Schweden, Frankreich, Spanien, Italien, Österreich-Ungarn

A Clockwork Bunny: England, Deutschland, Russland, Osmanisches Reich, Marokko

Kurz zusammengefasst: Wir haben kaum Öl, dafür kurze Nachschubwege und eine deutliche Überlegenheit gegen Deutschland. Die Gegner dafür Unmengen Öl, lange Wege von außen und etwas weniger Baumaterial als wir. Unsere Strategie für den Anfang: Deutschland überrollen, um den Gegnern Material zu entziehen, uns mehr Energie zu sichern und den Kontinent in unsere Festung zu verwandeln, bevor der Gegner seinen Ölvorteil in große Mengen Artillerie ummünzen kann. Doch die “Bunnies” hatten kein Interesse daran, uns die Initiative zu überlassen und ließen in den ersten zwei Tagen überall Truppen zu Wasser, um sich vor spanische, italienische und österreichische Küsten zu stellen, der Brite verstärkte Deutschland mit 51.000 Mann und der Osmane Russland mit 71.000. Wir mussten unsere geplante Offensive völlig umbauen, um allen potentiellen Bedrohungen angemessen gewachsen zu sein.

Tag 3: Die Uhrwerk-Welle rollt…die Ponies verlassen nur zögerlich den Stall (Nacht / Morgen)

Wie durch freundliche Hinweise aus dem Forum und ja auch durch gesunden Menschenverstand beim Blick auf die Karte deutlich, startete der Gegner tatsächlich so schnell wie möglich eine Großoffensive. Mit Glück konnten wir sieben Spione in Österreich fassen und erlitten keinen Festungsschaden. Unser wenig origineller aber durch die Startposition dennoch wohl sinnvoller Plan, Süddeutschland möglichst schnell zu erobern und dann als Kampfgebiet zu nutzen, kam aber nur schwer ins Rollen. Anders die Gegner, die pünktlich um 0.01 Uhr die österreichischen Grenzen bei Prag (Brite) und Lemberg (Russe und Osmane) überschritten. Gleichzeitig hatten Marokko und der Osmane ihre (restlichen) Truppen im Wasser, um spanische, italienische und auch österreichische Küsten zu bedrohen. Für Mitteleuropa dringend benötigte Kräfte mussten so für den Küstenschutz mit den hyperaktiven Insomnia-Patienten fangen spielen.

In Lemberg sah es gleichzeitig sehr finster aus. 51.000 Russen und 71.000 Osmanen sorgten für eine Unterlegenheit von 1:2. Festungslevel 1, die ja wohl auch nicht ewig halten würde, war der einzige Vorteil. Verstärkungen tröpfelten nur langsam ein, weil der Brite einen Angriff mit 52.000 Mann auf Prag ansetzte und aufgrund besagten Küstenschutzes in Triest und Sarajevo die Reserven bereits im Einsatz waren. Letztlich hatten wir die Größe der Offensive auch klar unterschätzt, so dass zwecks Deutschland-Offensive zu viele meiner Truppen zu weit im Westen standen. Der Brite schwenkte dann ab, um die italienische Offensive auf München zu stoppen und in eine schmerzhafte Niederlage zu verwandeln. So wurden zwar Truppen für Lemberg frei, aber eben deutlich später als erhofft. Zusätzlich zündelte der Deutsche Richtung Krakau und Prag.

Im Westen sah es dafür freundlicher aus. Zwar hatte der Deutsche selbstverständlich direkt Wegerecht mit Belgien und turnte da ein wenig durch Flandern und die Schweiz, um Truppen zu binden, schenkte dann aber angesichts von 80.000 Franzosen und 20.000 Spaniern Stras(ß)burg ab und zog sich nach einigen verlustreichen Geplänkeln auf seinen Festungsbau in Mitteldeutschland und Stuttgart zurück, auch weil unsere Sabotage recht erfolgreich gewesen war. Dennoch war die Moral bei uns im Keller, der Gegner durchgängig aktiv oder zumindest sah es so aus und der Fall der Zusammenbruch der Ostfront schien eine Frage von Stunden, eine erfolgreiche Landung des Gegners irgendwo, weil von uns vielleicht mal jemand zur Arbeit oder einfach Frau und Kindern mal “Hallo” sagen muss, schien auch nicht unrealistisch.

Tag 3: Lemberger Nächte sind lang! (Mittag / Abend)

In Lemberg wurde es blutig, immerhin etwas angesichts immer noch großer Unterlegenheit. An allen anderen Fronten wird aus österreichischer Sicht auf Kante genäht, um Lemberg zu verstärken. Der Westen ganz entblößt bis auf Prag und Krakau im Vertrauen auf die gegen Stuttgart anrückende französische Armee und das italienische Glück gegen England. Leider zog sich der Kampf von 76.000 Franzosen gegen 2.000 Deutsche in Stuttgart etwas hin, so dass München erst spät erreicht werden konnte, als der Brite schon mit 35.000 Mann gegen 10.000 Österreicher und 7.000 Italiener in Innsbruck stand, wo der anonym bleibend wollende österreichische Kaiser auch keine Festung für nötig gehalten hatte. Dafür als gebranntes Halbfinal-Kind des gegnerischen Serbien-Wegerechts nutzlos in Sarajevo und Szeged welche errichtet.

So schleppend und teils unglücklich die Schlachten im Westen liefen, so war durch numerische Überlegenheit und inzwischen aufgefahrene Schweden an deutscher Küste, um zu landen und/oder Truppen zu binden der Ausgang nur eine Frage der Zeit, auch wenn wir nach dem natürlich ärgerlichen Fall von Innsbruck kurz Angst um Wien oder eben Norditalien hatten, als Frankreich in München nochmal länger würfeln musste, als wir es gern gehabt hätten.

Sensationell in meinen Augen allerdings das “Wunder von Lemberg”, aus der klaren Unterlegenheit wurde bei stetig eintrudelnder Mini-Verstärkung ein Patt, dann eine Überlegenheit, die in den sehr frühen Morgenstunden von Tag 4 in der völligen Vernichtung der gegnerischen Streitkräfte und damit der Rettung der Ostfront mündete. Ein echter Moralheber dank purem Glück, dass z.B. die Festung fünf oder sechs Kampfrunden durchhielt. Mit dem X-Faktor hatten wir in den vorherigen Runden gerne mal ausgiebig gehadert, aber diese Schlacht gleicht doch einiges aus…

Weitere Tage folgen, wenn sie nicht mehr so brandaktuell sind, ich Zeit habe und jemand das überhaupt liest.

3 Kommentare zu “Supremacy1914: Finale des Allianzturniers”

  1. Ariakan says:

    Gelesen und für gut befunden, nicht jedoch den Verlauf des Krieges. Man hätte statt Deutschland eine Landung in Marokko versuchen sollen. Aber mich fragt ja keiner. Ich hoffe wir sehn uns nächste Woche mal. Ansonsten viel Glück an die Fronten. Hier ein kleines Gedicht für deine Soldaten.

    Der erste Tote.
    Wir werden seinen Namen nie vergessen.
    Noch konnten alle wir ermessen,
    Was wir mit ihm verloren.

    Es war, als saenken alle wir mit ihm getroffen.
    Wir sahn uns an und wussten,
    Worauf auch wir gefasst sein mussten:
    Das Schicksal hatte uns gewinkt.
    Noch mancher fiel und mancher wird noch fallen:
    Du merkst dir dieses, ich jenes schlichte Heldentum –
    Du erster Toter hast den sondern Ruhm,
    Dass wir dich alle kennen.

  2. Chris says:

    Danke vor allem für das Gedicht. ;D

    Sorry, du hattest mich gestern ja angerufen, aber ich habe das im wahrsten Sinne des Wortes verpennt und dann nicht mehr dran gedacht wegen Arbeit. :(

  3. Ariakan says:

    Dachte mir schon das du schläfst ;). Ist kein Problem.

    “Ein Krieger, der darniederliegt,
    Sowohl ein Krieger, als der da siegt.”

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