Sep 21

Sachertorte im Topkapipalast!

Tag: MMOG, GamingChris @ 23:59

Fortsetzung für Tag 4 und Tag 5


Tag 4: Die Uhrwerk-Welle ist gestoppt
Wie ja bereits angedeutet: Die Rettung der Ostfront bei Lemberg durch schieres Würfelglück (natürlich des Tüchtigen!) war in den Stunden nach dem Tagwechsel sicher das bedeutendste Ereignis. Leider ging gleichzeitig Innsbruck an den Engländer verloren, wurde aber im Verlauf des Tages vom Briten verlassen und so durch die ihn verfolgende französische Armee zügig zurückerobert. Die englische Restarmee entschied sich derweil (im Nachhinein glücklicherweise) gegen Wien oder Innerösterreich und rückte mit ca. 25.000 Mann auf Mailand vor, wo Italien in wenig freudiger Erwartung eine Verteidigung zusammenkratzte, um mit den abkömmlichen Reserven die Scharte der Niederlagen von München und Innsbruck auszuwetzen. Ein kleiner deutscher Entsatzangriff gegen Krakau in der Hoffnung auf lembergbedingte österreichische Abwesenheit scheiterte (8.000 : 2.000).

Gleichzeitig mit dem Angriff auf Norditalien starteten die Gegner gewohnt gut abgestimmt Landemanöver gegen den “Stiefel” bei Brindisi (Osmane mit ca. 15.000) und Florenz (Marokko mit ca. 20.000). Zwar war klar, dass durch die 40.000 Franzosen, die über Innsbruck nach Mailand marschierten der englischen Offensive kein dauerhafter Erfolg beschieden sein konnte; der mögliche angerichtete Schaden in Verbindung mit den Landemanövern hätte aber enorm sein können, weil die italienischen Kräfte durch die vergangenen Schlachten bereits arg strapaziert waren und so eine Niederlage an einem der drei Schauplätze direkt den (kurzfristigen) Verlust mehrerer Provinzen hätte zur Folge haben können. So ist hier das italienische Oberkommando zu loben, das mit schier übermenschlichem Einsatz trotz stetiger Umgruppierung des Gegners an den Küsten dann doch für alle drei Schlachtschauplätze (Mailand und Küsten Florenz/Brindisi) die richtige Antwort fand und dabei erneut auch auf die Würfel vertrauen konnte. Die französische Armee erschien dann wieder mal als Retter in der Not und sicherte den Erfolg vor Mailand durch Vernichtung der Reste des britischen Expeditionskorps.

Sonst geschah “nicht viel”. Die stetige Umgruppierung der marokkanischen Truppen vor Spanien, so dass der zu bedauernde Mitspieler dort regelmäßig seine Küstenverteidigung umorganisieren musste, soll aber keinesfalls unerwähnt bleiben. Unsere investierte Zeit scheint sich dennoch bisher auszuzahlen.

Tag 5: Handsteich-Vorbereitungen…
Die Front in Deutschland erstarrt weiter. Durch unseren Punktevorsprung erscheint ein verlustreicher Angriff auf Level3+ Festungen in Mitteldeutschland wenig attraktiv. Auch ist die deutsche Armee bei den Kampfhandlungen der vergangenen Tage nicht so stark wie wünschenswert geschwächt worden, so dass trotz unserer numerischen Überlegenheit die Gegner Deutschland halten konnten. Letztlich wurden unsere Truppen ja aber auch an anderer Stelle an Tag 4 wie beschrieben benötigt, so dass nicht unser ganzes Potential gegen Deutschland hätte eingesetzt werden können. Sicherlich ein für uns ärgerlicher Erfolg der Gegner: Dass die Energieprovinzen Deutschlands bei unserer ursprünglichen Strategie auch ein Faktor der Deutschland-Offensive waren, liegt schließlich auf der Hand.

Diplomatiesorgen
Wenn es keine großen Offensiven gibt, dann geht aber doch vielleicht etwas im Kleinen? Unsere Gegner haben neben dem unerwarteten Scheitern ihrer Großoffensive einen weiteren daraus folgenden Nachteil: Die Diplomatie. Kriegserklärungen, ein russischer hinterhältiger Angriff auf Österreich, Handelsembargos…an Tag 5 veröffentlicht der DE die Liste der unbeliebtesten Anführer und die Bunnies belegen souverän die ersten fünf Plätze! Anders PonySlaystation und das österreichische “Opfer”: Wegerecht durch Bugarien gab es schon an Tag 4, Wegerecht durch Rumänien kam an Tag 5 hinzu, Glück. Der Gegner scheint im Osten die Füße still zu halten, 15.000 Osmanen sammeln sich in Kishinev, die russischen Truppen sind geschwächt, hatten aber geringere Verluste als Österreich und werden nicht gänzlich in Nordrussland gegen Schweden sondern auch in den Festungen Kiev und Kishinev stehen. Aber 11.000 Mann kann Österreich für eine Kommandoaktion gegen Konstantinopel entbehren…während sich diese Einheiten in Bukarest versammeln, marschieren 10.000 Mann von Sarajevo auf Serbien und eine “geheime” Menge Österreicher in den Kriegsnebel auf Kiev zu, um den natürlich recht unglaubwürdigen Eindruck eines Angriffs auf Novi-Bazar und Russland zu erwecken und so vielleicht osmanische Truppen weiter von Konstantinopel wegzulocken. 5.000 Schweden schiffen derweil ungestört bei Vologda aus, um einen womöglich ja unbeobachteten Schlag gegen die Ölprovinz zu führen.

Sachertorte im Topkapi-Palast?
Im Verlauf des Abends rücken die Österreicher auf dem kürzesten Weg über Varna auf Konstantinopel vor. Im Oberkommando glaubt niemand wirklich an eine mögliche Eroberung. Den Osmanen dazu zu zwingen, mehr an seine Verteidigung aus dieser unerwarteten und sicher für ihn wenig erfreulichen Richtung denken zu müssen, und dafür Geld, Erz (Festungsbau) und Truppen einsetzen zu müssen, das in den zu erwartenden Artilleriegefechten fehlen wird, wäre schon als Erfolg gewertet worden. Wie erwartet tauchen im Kriegsnebel auch mehrere gegnerische Einheiten auf, die ja wohl zur Verstärkung Konstantinopels unterwegs sein müssen. Doch weit gefehlt: Die Einheiten verlassen den Kriegsnebel Richtung Westen. Gegen 20.30 Uhr überschreiten die Österreicher die osmanische Grenze, Ankunft in Konstantinopel um 1.58 Uhr (morgens Tag 6), verdammt lange für einen Abend zur “prime time” (zumindest nach MEZ). In Asien schiffen 7.000 Osmanen ein, die letzten Hoffnungen auf einen Handstreich gegen die Stadt werden begraben…

…doch es kommt alles anders: Besagte 7.000 schwimmen Richtung Norden ins Schwarze Meer! Der Osmane ist wohl einfach nicht zuhause und hat die “grauen Panther” in Bulgarien heute Nachmittag übersehen. Aber da fair bekanntlich hinten fährt, kann das kein Grund für eine Unterbrechung des Marsches sein. Und wenn sich meine Späher nicht vertan haben, zieht der Osmane sogar eine frisch rekrutierte Infanterie gegen 22.00 Uhr aus Konstantinopel ab und nach Westen. Die Sache wächst sich zu einem kapitalen Bock der gegnerischen Seite aus…nach dem Tageswechsel wird dieser Fehler zwar hektisch korrigiert und alle Einheiten in der Umgebung drehen um und eilen zur Hauptstadt, doch pünktlich um 1.58 Uhr (bereits an Tag 6) fällt die osmanische Hauptstadt tatsächlich in österreichische Hände. Sachertorte im Topkapipalast!

Sardinien
Während dieser Ereignisse hat Marokko nach der etwas ärgerlichen Eroberung Korsikas an Tag 3 die nächste Insel zur Eroberung auserkoren. Für die Invasion Sardiniens sind 20.000 Mann aufgeteilt auf drei Landepunkte abgestellt. Die italienischen Verteidiger verfügen über schwächere Kräfte (10.000?), die sich auf die drei Landezonen aufteilen und den Gegner bei Würfelglück vernichten und bei Pech schwächen und hinhalten sollen, bis die Verstärkung aus Rom eingetroffen ist. Und erneut hat Italien das Glück des Tüchtigen (und Aktiven) auf seiner Seite und kann anfangs erfolgversprechende Landungen der Gegner in verlustreiche Niederlagen verwandeln. 4.000 Italiener fallen bei der völligen Vernichtung der Invasionsstreitkräfte am frühen Morgen von Tag 6 – zum größten Teil noch in den Landungsbooten.

Bewertung
Durch diese Erfolge ist unsere Position natürlich gestärkt und die Bunnies sind unter Zugzwang. Speziell die Landemanöver gegen Italien sahen zwar zuerst gut aus, wirken in der Nachbetrachtung aus der Position des Erfolgs aber irgendwie auch schon verzweifelt. Aber sowas kann sehr täuschen und verfrühte Siegesgewissheit ist sicherlich völlig Fehl am Platz, dazu ist das militärische Potential der meisten Gegner noch zu oder wieder intakt. Also kurz freuen, dass in Konstantinopel mal wieder das Glück mit Wegerecht und (geistig oder körperlich) abwesendem Gegner ein Pony war…und weiter gehts!

Ein Kommentar zu “Sachertorte im Topkapipalast!”

  1. Ariakan says:

    Da gratuliere ich! Konstantinopel einzunehmen wird sich auf die Wirtschaft der Osmanen ja furchtbar auswirken. Damit seit ihr in der besten Position für etwaige Artilleriegefechte! Als Gast sieht man leider nur sehr wenig vom Spielverlauf.

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