Jun 21

Ocean’s 13

Tag: Film, Funk & FernsehenChris @ 12:03


Samstag Abend habe ich es dann doch mal wieder ins Kino geschafft. Und da man um “Cliff Richard” (Codename der Ocean-Serie) trotz der Zweifel an guten Fortsetzungen und der Kritik an Ocean’s 12 ja doch nicht drumrum kommt, haben wir es einfach schnell hinter uns gebracht. Also worum gehts?

Ganz einfach: Mal wieder ein Casino ausrauben. Diesmal aus moralischen Gründen in Form von legitimer Rache/Revanche am Besitzer, der ein Mitglied der Gang aufs Kreuz gelegt hat: Willie Bank (ein ungewohnt aber passend sonnenbankgebräunter und arrogant-fieser Al Pacino) zockt den guten alten Reuben Tishkoff (Elliott Gould) per mehr oder minder gewalttätigen Drucks richtig ab und übernimmt das gemeinsam geplante Super-Duper-Casino-Hotel als alleiniger Besitzer. Reuben erleidet daraufhin eine Art Herzinfarkt mit Folgekoma und der Arzt empfiehlt den herbeieilenden alten Gaunergefährten, dass er ein Ziel brauche, an dem er sich festhalten könne. Was fällt Danny Ocean und Co. da zuerst ein? Natürlich Reubens Anteile von Bank zurückzugaunern respektive dem Sonnenbraunkönig anderweitig übel in die Suppe zu spucken, um Reuben aufzuheitern. Dazu ein wenig Geschwafel der sich ändernden Welt in Las Vegas, Ehre unter Gaunern (“er hat Frank Sinatra die Hand geschüttelt…”) und fertig sind zwei Stunden Filmmotivation. Und ja, das hat dann auch so seine Längen in einigen Momenten.

Dennoch: Der dritte Ocean gefiel mir wieder deutlich besser als Ocean’s Twelve, da er die Schwächen des zweiten Films vermeidet (Julia Roberts stundenlang als sie selbst…*gähn*) und sich auf den Coup selbst konzentriert. Leider verzichtet er aber auch auf die (europäischen) Stärken vom “Twelve” und kommt als rein amerikanischer Film aber eben nicht an den ersten heran. Zu kritteln gibt es also genug: Ellen Barkins Rolle entspricht leider nicht ihren Möglichkeiten, der Film hat so seine Längen, wenn zum hundertsten Mal das ominöse neue Hotel überflogen wird und Vincent “Nachtfuchs” Cassel wird wie Barkin unter Wert verheizt, um ein paar französische Kommentare abzugeben, die niemand braucht. Dazu wird die “Deus-ex-machina”-Rolle von Linus Caldwells (Matt Damon) Eltern ein wenig überstrapaziert; diesmal vom werten Herrn Papa. Dazu kommt, dass die Handlung recht linear verläuft und es diesmal keine “Pläne in Plänen in Plänen” (Hallo Patrick!) gab, die zum Grübeln einluden, ob das nun geplant, Improvisation oder völlig schief gegangen ist.

Doch überwiegen für mich die Highlights und hübschen Details, die den Film dann doch wieder zu etwas Besonderem machen: Letztlich geht es hier ja nur darum, coole und gutaussehende Männer in coolen Posen mit coolen Sprüchen auf den Lippen und in coolen und teuren Anzügen zu zeigen. Und das gelingt ja mal wieder famos in vielen Szenen. Meine persönlichen Höhepunkte:

  • Rusty Ryan (Brad Pitt) als Seismologe/Erdbebenforscher, genial (siehe Foto unten).
  • Die Malloy-Brüder (Casey Affleck und Scott Caan) in Mexiko, wo sie beim Versuch, die Casinowürfel schon in der Plastikfabrik zu manipulieren einen Arbeiteraufstand mit revolutionären Zügen (“Danny? Ich muss Schluss machen, wir stürmen grad das Gelände…Viva Zapata!”) anzetteln angesichts der desaströsen Arbeitsverhältnisse vor Ort für die mexikanischen Arbeiter.
  • David Paymer als V.U.P. (very unimportant person) und aufs Mitleiderregenste von der Gang malträtierter Hoteltester.
  • Danny Ocean (George Clooney) und Rusty Ryan (Brad Pitt) parlieren in Halbsätzen über das schwierige Zusammenleben mit Frauen

2 Kommentare zu “Ocean’s 13”

  1. Marco aka kili aka postus tha noob says:

    Ob du es glaubst oder nicht aber die Texte von dir les ich immer wieder gerne.
    Ich schrein zwar selbst über Spiele und Filme aber irgendwie bekomm ic hdas nie so gut hin.
    Nur weiter so
    /push

  2. Chris says:

    Danke. Ob du es glaubst oder nicht, ein Lob hört man immer gern.

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