Um 16.00 Uhr fand die Auslosung im Pressezentrum des AS Chablis statt, wo sich ungefähr 1.587.000 akkreditierte Pressevertreter, 10 Überraschungseier, 1 gute Fee, 12 Notare, ein paar mit den Vereinsnamen bedruckte Blätter Papier und eine Schere ein Stelldichein gaben. Knisternde Spannung legte sich über den Saal, folgende Partien wurden gezogen:
FC Kutte – Inter Maitailand
Der FC Kutte ist nicht besonders gut in die neue Saison gestartet. Aufgrund von starkem Verletzungspech und unerklärlichen Leistungseinbrüchen gelb-schwarzer Spieler, konnten am letzten Spieltag lediglich 5 Punkte geholt werden, womit Kutte auf dem 9. Platz der WHFL liegt. Zum Hinspiel fällt jetzt auch noch Sanogo aus, Sebastian Kehl bleibt wohl länger verletzt. Weitere Rückschläge für den FC Kutte und es ist im Moment nicht abzusehen, wann die Talsohle durchschritten sein wird, es sei denn Blasczykowski erfüllt endlich die in ihn gesetzten Erwartungen. Inter Maitailand konnte am ersten Spieltag auch nicht überzeugen, speziell ein Robert Kovac hatte in der Innenverteidigung deutlich seinen Zenit überschritten, so dass Manager Pete sich gezwungen sah, die halbe Mannschaft per Strafverkauf loszuwerden. Und die Mannschaft hatte verstanden, denn sie präsentierte sich am 2. Spieltag von einer ganz anderen Seite und holte mit 30 Punkten das drittbeste Ergebnis des letzten Wochenendes. Insgesamt rangiert Maitailand jetzt auf dem siebten Platz der WHFL, hat aber nur acht Punkte Rückstand auf Platz 3! Dazu kommt die Verpflichtung des Schweizer Superstars Alexander Frei, der aufgrund einer langen Verletzung aber wohl erst zur Mitte der Hinrunde wird entscheidend eingreifen können. Ausfallen wird auch Marco Pantelic an diesem Wochenende, der aber ja auch an den ersten Spieltagen nicht positiv auf sich aufmerksam machen konnte. Maitailand ist im Moment dadurch dünn aber dennoch schlagkräftig besetzt und auf dem Papier ist der FC Kutte eine lösbare Aufgabe für die Maitailänder, doch der Pokal schreibt bekanntlich seine eigenen Gesetze.
AS Rum – AS Chablis
Der AS Rum hat in dieser Saison bisher zwei Gesichter. Das Gesicht mit Miroslav Klose am ersten Spieltag und das ohne ihn am zweiten Spieltag. Übersetzt heißt das: 36 Punkte (Platz 3) und 16 Punkte (Platz 7). Mit Klose ist Rum zu allem fähig und kann jedes andere Team schlagen, der momentane Platz 5 in der WHFL drückt diese Unberechenbarkeit gut aus. Leider sieht es aber so aus als müsste Manager Dan the Man im Pokalhinspiel auf Miroslav Klose verzichten, was die Sorgenfalten auf seiner Stirn wachsen lässt. Immerhin ist davon auszugehen, dass Dzeko und Mieciel ihren ersten Einsatz von Anfang an bestreiten dürfen und somit zumindest versuchen können, Klose zu ersetzen. Des einen Leid ist des anderen Freud, bescherte doch der verletzungsbedingte Wechsel von Klose zu Altintop dem AS Chablis doch noch einen ähnlich guten Spieltag wie zum Saisonauftakt: durch 12 Altintop-Punkte kam man noch auf 37 Punkte, die zusammen mit den 42 des ersten Spieltages die Tabellenführung bedeuteten. Dazu geht man verletzungsfrei in das Hinspiel um den WHFL-Pokal und das Team von Manager Chris gilt damit auf dem Papier als klarer Favorit, auch wenn er seine Mannschaft deutlich vor Selbstzufriedenheit warnt. Speziell nachdem die Torwartfrage jetzt zugunsten von Simon Jentzsch geklärt wurde, erhofft man sich in Chablis von der “teuersten Defensive der Liga” in personam Rafinha und Dede eine klare Leistungssteigerung gegenüber den vergangenen Spielen, da nicht davon auszugehen ist, dass “Tore-Tommy” (Wiener Boulevard) und König Arthur weiter wie am Fließband treffen werden.
Yürdümspor Tannenbusch – SpVgg m.d.t.N.
Tannenbusch gehört zu den bisher konstanten Saisonstartern. Zweimal um die 25 Punkte und Platz vier in der Meisterschaft zaubern ein Lächeln in Manager Simons Gesicht. Entsprechend sieht man sich bei Yürdümspor doch als eindeutigen Favoriten gegenüber der SpVgg und damit schon mit einem Bein in der Champions League. In der Tat scheint Simon aus dem vorhandenen Material eine schlagkräftige Truppe zusammengestellt zu haben und kann in den nächsten Wochen auch noch einige Rekonvaleszenten wieder im Training begrüßen, so dass Tannenbusch noch Luft nach oben zuzutrauen ist, auch wenn zu befürchten ist, dass einige Spieler bereits am oberen Limit ihrer Möglichkeiten spielen. Ganz andere Sorgen hat die SpVgg mit den tausend Namen. Am ersten Spieltag war der Verein so verschuldet, dass er die Lizenz für den Spieltag nicht erhielt. Zusammen mit den ebenfalls recht mageren zwölf Punkten des 2. Spieltags bedeutet das aktuell den letzten Tabellenplatz. Gründe sind vielfältig: Superstar Gekas trifft das Tor nicht, Spielmacher Yelen steht völlig neben sich und einige Verletzte: das kann vom Rest der Mannschaft um die Neuentdeckung Grote bisher nicht aufgefangen werden. Manager Stefan reagierte bereits mit der Verpflichtung von Efstathios Aloneftis von AS Chablis. Dennoch wäre ein Weiterkommen der SpVgg aktuell eine Überraschung.
Wodka Red Bull Salzburg – SC Kayserau
Wodka Red Bull Salzburg ist van der Vaart. Nachdem der Holländer in den vergangenen Wochen noch mit einem Trikot des AS Rum durch die Boulevardpresse geisterte, dort auch den 1. Spieltag “zum Probetraining” verbrachte und Salzburg damit einen katastrophalen Saisonstart mit sechs Punkten bescherte, wurde am 2. Spieltag alles besser und man sammelte mit 29 Punkten das viertbeste Ligaergebnis des Spieltags: Insgesamt Platz acht mit Tuchfühlung zum sicheren Mittelfeld. Anscheinend zahlt sich die vielgescholtene Strategie von Manager Schrambo, das vorhandene Budget zu Saisonbeginn zu vier Fünfteln in einen einzigen Superstar, besagten Rafael van der Vaart, zu investieren doch aus. Mit dem Spielmacher kann offensichtlich auch der Rest des Teams eine bessere Leistung abrufen, so dass Salzburg den schlechten Auftakt schnell vergessen machen könnte. Doch mit dem SC Kayserau wartet ein schwerer Brocken im WHFL-Pokal. Nach eher mittelmäßigen 18 Punkten zum Saisonstart, legten die Kayserlichen beim zweiten Versuch nach – und wie! 53 Punkte und Tore am Fließband katapultierten den Club von Manager Kay auf den zweiten Tabellenplatz lediglich acht Punkte hinter den AS Chablis. Und auch wenn das konstante Gesicht der Mannschaft irgendwo zwischen erstem und zweitem Spieltag liegt, ist mit dem SC Kayserau in Pokal und Meisterschaft stark als nicht mehr so geheimer Favorit zu rechnen. Schwer wiegt natürlich für das Hinspiel der Verlust von Arne Friedrich, der in der kayserlichen Abwehr nicht gleichwertig zu ersetzen ist.
SV Werder Klaus – FC Geistingen
Der SV Werder Klaus gehört sicher zu den Geheimfavoriten auf mögliche Titel in der WHFL diese Saison. Kaum ein Spieler, der dort nicht bereits positiv aufgefallen wäre, Platz drei in der Meisterschaft und konstante Leistungen ähnlich Yürdümspor an beiden Spieltagen lassen für die Zukunft Gutes hoffen. Nachteil ist der äußerst enge Kader mit 13 Spielern. Verletzungen kann man bei Werder also nicht nur nicht gleichwertig sondern oft überhaupt nicht ersetzen und muss dann das System umstellen. Das von Manager Klaus Allofs in seiner Not angeregte Geschäftmodell, Stammspieler kostenlos bei anderen Vereinen auszuleihen, stieß bei der Konkurrenz auf Unverständnis bis Spott und konnte sich nicht durchsetzen. Sicher ausfallen für das Pokalhinspiel werden wohl Epalle und Porcello, möglicherweise auch Amanatidis. Ein dickes Plus für den FC Geistingen, der zwar auch nicht ganz in Bestbesetzung antreten kann, da Hajnal und Sinkiewicz auf der Kippe stehen, sich aber mit Hugo Almeida in der Offensive unter der Woche noch verstärken konnte, weil Manager Patrick es “satt hatte, nur mit einem Stürmer zu spielen”. Ein Abschied vom gepflegten Geistinger Catenacchio? Offensichtlich jedenfalls auch ein notwendiger Schritt, war man nach starkem Saisonstart mit 41 Punkten und Platz zwei doch am 2. Spieltag deutlich schwächer und rutschte auf Platz sechs in der Meisterschaft ab, weil das gefühlte Prunkstück Mittelfeld lediglich im gutaufgelegten Ze Roberto die Erwartungen voll erfüllte und ein Tinga und Bernd Schneider noch deutlich Luft nach oben haben. Insgesamt also eine Partie voller Fragezeichen und Unwägbarkeiten und damit die engste und womöglich spannendste des ersten Pokalspieltags.